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19.04.2011 08:34 Alter: 1 year

Bevor sich die Argumente um den Kreisel drehen

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Von: Bernd Marzi

Langfristig zu planen und zukunftsorientiert zu denken ist eine feine Sache und eine Frage des gesunden Menschenverstandes. Eingriffe in funktionierende Abläufe haben als Ursache oft andere Gründe, die mit den Abläufen dann aber nichts zu tun haben.

Planung ist zukunftsorientiertes Denken. Wenn wir die Vernunft in Anspruch nehmen wollen, sollten wir einige Punkte berücksichtigen.
Niemand kann in die Zukunft schauen, auch ein vielzitierter Verkehrsplaner mit akademischem Grad nicht. Er kann Tendenzen berechnen und daraus Handlungsempfehlungen abgeben. Eine Handlungsempfehlung für Trittau war der Bau von Knotenpunkten in einer bestimmten Reihenfolge. Dazu ist eine  Berechnungsgrundlage die zukünftige Bebauung ausgewiesener Baugebiete. Diese Berechnungsgrundlagen sind aber keine mathematisch fixe Größe, denn wir haben es mit menschlichem Verhalten zu tun.
Wir hatten zwischenzeitlich so etwas wie eine Weltwirtschaftskrise. Wir hatten in Japan eine der schlimmsten Katastrophen mit Auswirkungen auf die deutsche Innenpolitik. Wir sind weltweit vernetzt. Und wir haben den sogenannten Peak Oil überschritten. Was hat das nun mit dem kleinen Bauvorhaben zu tun? – Wirtschaftskrise, Peak Oil, Japan – alles schreit förmlich nach Umdenken. Sparen und tatsächlich die Schulden für unsere Kinder und Enkel zu senken wäre ein Umdenken.
Mit Peak Oil ist der Punkt definiert, von dem es keine Steigerung der Erdölmenge mehr geben wird. Das bedeutet von diesem Punkt an wird das Erdöl zunehmend weniger und wird teuer und teurer und teurer. Es gibt eine Studie des Fraunhofer Institutes, die einen enormen Rückgang des Individualverkehres voraussagt. Das ist real und gehört mit in die Planungen von Verkehrsströmen hinein auch wenn wir es hier wieder mit nicht fixen mathematischen Werten zu tun haben. Eine Planung des immer weiter so kann es nicht geben.
Hiermit lässt sich jedes Argument für den Straßenbau totschlagen.
Das will niemand. Doch gehören diese Gedanken in die Hinterköpfe und in die heutigen Planungen. Einem notwendigen Ausbau kann und wird sich aus vernünftigen Gründen niemand in den Weg stellen. Es gibt daher auch niemanden, der einen Ausbau der Kreisels Rausdorfer Straße/Gadebuscher Straße ablehnt. Es gilt einfach abzuwarten und zu sehen was passiert wenn die errechneten (Wir erinnern uns, keine mathematisch fixen Größen) Situationen eintreffen. Die Menschen suchen sich ihre Wege – auch das lässt sich nicht vorher berechnen. Die Einmündung Mühlenweg/Hamburger Straße stellt aus der Erfahrung der Trittauer aktuell ja keinerlei Verkehrshemmnis dar. Die Verkehrsbehinderung finden wir zwei-dreihundert Meter weiter in Form parkender Autos.
Zukunftsfähigkeit in Zeiten der Globalisierung bedeutet: Global denken, lokal handeln. Nichts anderes möchte ich sagen und wünsche mir endlich auch eine praktische Umsetzung des Gelernten.